{"id":68,"date":"2012-07-23T14:45:01","date_gmt":"2012-07-23T14:45:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.fodina.de\/?p=68"},"modified":"2023-01-03T21:42:34","modified_gmt":"2023-01-03T20:42:34","slug":"die-sache-mit-der-milch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2022.fodina.de\/en\/die-sache-mit-der-milch\/","title":{"rendered":"Die Sache mit der Milch"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/2022.fodina.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/bmb-270x1302-130x150.png\" data-fancybox=\"\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1370\" src=\"https:\/\/2022.fodina.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/bmb-270x1302-130x150.png\" alt=\"\" width=\"52\" height=\"60\"><\/a>oder <strong>Klaut Open Source Software in der Cloud die Open Source Software?<\/strong> 2012 diskutierten einige Open Source Adepten, ob Open Source Software in der Cloud&nbsp; das Prinzip von &#8216;Open Source Software&#8217; unterlaufe? Es ging um folgendes: <!--more \u2192 ... --><\/p>\n<p>ein Ausgangspunkt der Diskussion war der Artikel von <a href=\"http:\/\/williamjudd.com\/2011\/01\/28\/the-threat-of-saas-to-open-source\/\">William Judd<\/a>. Im Kern behandelt er die Frage, ob die in der Cloud eingesetzte Open-Source-Software die Anwendung der Open-Source Regeln nun ausl\u00f6st oder nicht: muss man den Quellcode einer verbesserte Open-Source-Software aus seiner Cloud offenlegen oder nicht? <!--more [...] --> Fr\u00fcher, als man, um Software zu nutzen, immer auch die Binaries haben musste, konnten die Open Source Gurus noch simpel festlegen, dass bei Open-Source-Software neben dem Kompilat auch der Quellcode zug\u00e4nglich sein m\u00fcsse. Heute &#8211; in Zeiten der Cloud &#8211; sei das nicht mehr so: nun habe der Nutzer u.U. nur noch Zugriff auf den Output, nicht aber auf die Binaries selbst.<\/p>\n<p>Hitzig war die Diskussion schon &#8211; obwohl die Sache vielleicht doch nicht so dramatisch ist:<\/p>\n<p>Zum einen gibt es die sogenannten permissiven Lizenzen (<a href=\"http:\/\/opensource.org\/licenses\/BSD-2-Clause\">BSD<\/a>, <a href=\"http:\/\/opensource.org\/licenses\/MIT\">MIT<\/a>, <a href=\"http:\/\/opensource.org\/licenses\/Apache-2.0\">Apache<\/a>, etc.). Die fordern an keiner Stelle, dass man den Code weitergeben m\u00fcsse (auch wenn man es gerne tun d\u00fcrfe \ud83d\ude09 ) &#8211; egal, wie man die Programme verwendet. Ergo unterl\u00e4uft man ihre Idee auch nicht, wenn man sie in der Cloud anwendet, ohne Verbesserungen offenzulegen.<\/p>\n<p>Dann gibt es die Lizenzen mit schwachem Copyleft (<a href=\"http:\/\/opensource.org\/licenses\/LGPL-2.1\">LGPL<\/a>) und starkem Copyleft (<a href=\"http:\/\/opensource.org\/licenses\/GPL-2.0\">GPL<\/a> und <a href=\"http:\/\/opensource.org\/licenses\/AGPL-3.0\">AGPL<\/a>). Ihnen gemeinsam ist, dass man ihren Vorgaben nach eben dem, dem man ein Compilat gibt, (auf Anfrage) auch den Quellcode geben m\u00fcsse. Hei\u00dft: So lange ich zu Hause auf meinem Rechner ein so lizenziertes Programm verbessere und laufen lasse, bleibt&#8217;s meine Sache. Gebe ich es jedoch an einen dritten weiter, muss ich diesem dritten auch den Quellcode zug\u00e4nglich machen &#8211; aber eben nur ihm, nicht der ganzen Welt.<\/p>\n<p>Und jetzt kommt&#8217;s: Worin unterscheidet sich denn jetzt die private Nutzung auf einem privaten Rechner von der auf einem gemieteten Rechner aus der Cloud? Und was ist der Unterschied, wenn ich selbst etwas in der Cloud installiere und laufen lasse und wenn ich einen dritten damit beauftrage?<\/p>\n<p>Diese F\u00e4lle unterscheiden sich gar nicht &#8211; sagen die einen. Ergo d\u00fcrfe zumindest GPL und LGPL lizenzierte Software (selbst in modifizierter Form oder als Komponente eines eigenen Werkes) in der Cloud genutzt werden, ohne dass man deswegen seine Verbesserungen offenlegen m\u00fcsse. Schlie\u00dflich g\u00e4be man sein Programm rechtlich ja gar nicht weiter (selbst wenn man es dazu realiter doch an seinen Administrator zur Installation auf seinem Cloud teil weiterreiche). Mithin unterlaufe man die GPL-Idee auch nicht, wenn man GPL-Software in der Cloud anwendet, ohne Verbesserungen offenzulegen<\/p>\n<p>Die anderen &#8211; und dazu geh\u00f6re ich &#8211; sagen, dass sich diese F\u00e4lle eben genau da unterscheiden: Wenn ich selbst per sftp etwas hochlade und per ssh auf meinem Cloudteil starte, gleiche das der rein privaten Nutzung auf privatem Rechner. Aber wenn ich diese Software dem Administrator meiner Wahl zur Installation \u00fcberg\u00e4be, dann g\u00e4be ich sie ihm ja. Punktum. Ergo habe er das Recht, auf Wunsch auch den Quellcode zu bekommen.<\/p>\n<p>\u00c4rgerlicherweise ist die Welt nicht so sch\u00f6n (klar), wie wir anderen es gerne h\u00e4tten:<\/p>\n<p>Zum einen kann ich ja meinem Nachbarn ja auch eine Flasche Milch in doppeltem Sinne &#8216;\u00fcbergeben&#8217;. Ich kann ihm erlauben, sie zu nutzen, also zu trinken oder an seine Frau zwecks gemeinsamen Genusses weiterzureichen. Oder ich kann meinen Nachbarn bitten, die Flasche [gibt&#8217;s so was \u00fcberhaupt noch?] (gegen Einwurf kleiner M\u00fcnzen) in seinen K\u00fchlschrank zu stellen. Dann w\u00e4re ich doch wohl etwas pikiert, wenn er sie mir halb leer zur\u00fcckg\u00e4be. Irgendwie ist Weitergabe nicht gleich Weitergabe.<\/p>\n<p>Zum anderen hat die GPL Community diese L\u00fccke doch offensichtlich selbst entdeckt. Ihretwegen existiert die AGPL. Sie legt explizit fest, dass man den verbesserten Code selbst dann an alle freigeben muss, die per Netz mit der AGPL Cloud Software interagieren, wenn man ihnen gerade kein Kompilat \u00fcberlassen hat.<\/p>\n<p>Was also ist richtig? Unterl\u00e4uft Open-Source-Software in der Cloud nun den Gedanken von Open Source oder nicht?<\/p>\n<p>In den meisten aller F\u00e4lle sicher nicht. Und bei dem Rest brauchen wir vom Open Source License Compendium das gl\u00fccklicherweise nicht zu entscheiden. Wir wollen nicht die Grenzen von Open Source austesten. Wenn n\u00f6tig, w\u00e4re das der Job von gestandenen Juristen. Wir wollen nur eine sichere Art der lizenz-ad\u00e4quaten Nutzung pro Lizenz und Usecase beschreiben. Und danach w\u00e4re es &#8211; so meine ich pers\u00f6nlich &#8211; schon sinnvoll, auch bei Nutzung von GPL und LGPL Software in der Cloud, den Distributionsfall anzunehmen. Sicherheitshalber. Bei AGPL Software m\u00fcssen wir es ja eh tun.<\/p>\n<p>Und mal ganz ehrlich: Wenn wir eine Open Source Software in der Cloud laufen lassen und uns daf\u00fcr vom Endkunden bezahlen lassen, w\u00e4re es nicht ein Zeichen des Respektes, wenn wir unsere Verbesserungen daran an die Community zur\u00fcckg\u00e4ben &#8211; selbst wenn wir bei gewiefter Auslegung der Open Source Lizenzen im letzten Sinne nicht dazu verpflichtet w\u00e4ren?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder Klaut Open Source Software in der Cloud die Open Source Software? 2012 diskutierten einige Open Source Adepten, ob Open Source Software in der Cloud&nbsp; das Prinzip von &#8216;Open Source Software&#8217; unterlaufe? 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